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pte051202005 Medien/Kommunikation, Politik/Recht |
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US-Kabelkunden wollen Programmpakete á la Carte
Medienbehörde FCC dafür - Kabelbetreiber sehen Programmvielfalt gefährdet
Washington/ Wien
(pte/02.12.2005/07:10) -
Die steigenden Preise für Kabel-TV haben die US-Medienbehörde FCC dazu gebracht, sich mit den Angeboten der Kabelunternehmen auseinanderzusetzen. Nun steht eine Entscheidung der FCC http://www.fcc.gov an, berichtet das Wall Street Journal(WSJ). Es wird erwartet, dass sich die Behörde für das so genannte "Kabel á la Carte"-Modell ausspricht. Es ermöglicht den Konsumenten sich nur jene Sender in ihr Paket zu nehmen, die sie auch sehen wollen. Zwischen Konsumentenschützern und Kabelunternehmen ist eine Diskussion entbrannt, ob der Endverbraucher dadurch letztendlich mehr oder weniger bezahlt und wie sich "Kabel á la Carte" auf die Programmvielfalt auswirkt.
"Der Bericht wird zum Schluss kommen, dass á la carte im besten Interesse der Konsumenten sein könnte", zitiert das WSJ einen FCC-Insider. Wenn sich der Kunde die Sender aussuchen kann, werde dies letztendlich zu Mehrkosten führen, argumentieren hingegen die Kabelunternehmen. Diese Argumentation hat die FCC im letzten Zwischenbericht noch geteilt (vgl. pte http://www.pressetext.at/pte.mc?id=72886 ). Inzwischen nimmt sie die Position verärgerter Konsumenten ein, die angesichts ständig steigender Kabelgebühren nicht für Sender zahlen wollen, die sie nicht brauchen. Die Kabelanbieter sollen ihre Kunden wählen lassen oder Spartenpakete anbieten.
Der Wiener Kabelanbieter UPC Telekabel http://www.upc.at hält wenig von "Kabel á la Carte". Das würde "die Kunden nur verwirren und den Markt zerstören", meint UPC-Pressesprecher Gustav Soucek im Gespräch mit pressetext. Der Kabelkunde wolle sich gar nicht zwischen einzelnen Sendern entscheiden, sondern aus einem breiten Angebot an Sendern auswählen. Auch gäbe es beim analogen Kabelfernsehen "technisch keine Wahlchance", so Soucek. Beim digitalen Fernsehen biete UPC im Basispaket 67 Programme an. Individuelle Premium-Pakete können noch hinzugekauft werden. Der Kunde habe also volle Wahlfreiheit.
Die Situation in den USA ist jedoch anders als in Österreich, wo die Basispakete deutlich billiger sind als bei US-Kabelanbietern. Kabelkunden in den USA müssen für ihre Basispakete monatlich über 45 Dollar auf den Tisch legen. Für 2006 hat der größte Kabelanbieter Comcast eine Preiserhöhung um sechs Prozent angekündigt. Das lässt Kabelkunden in den USA, wo Kabel-TV eine herausragende Rolle spielt, heiß laufen und wirft die Frage auf, ob individuelle Pakete mit weniger Sendern billiger kommen.
Die Kosten für das Standardpaket setzen sich aus den monatlichen Lizenzgebühren zusammen, die Kabelbetreiber an die Sender zahlen. Diese Lizenzgebühren sind außerordentlich unterschiedlich: Der begehrte Disney-Sportkanal ESPN kostet mehr als 2,5 Dollar pro Monat und pro Kabelkunde. Cartoon Network von Time Warner verlangt hingegen nur 0,15 Dollar pro Monat und Kunde. Sollten Spartenpakete angeboten werden, könnten beispielsweise die Kosten für Kinder- und Familiensender steigen, weil viele kinderlose Haushalte diese Sender nicht nehmen würden. Die Umsatzausfälle müssten jene bezahlen, die diese Sender wollen, schreibt das WSJ.
Letztendlich werde der Konsument also mehr bezahlen, so die Kabelunternehmen. Auch die Programmvielfalt sei dadurch langfristig bedroht. Wenig gesehene Spartenkanäle haben es dann schwerer ins Angebot der Kabelbetreiber zu kommen. Auch der Jupiter-Analyst David Card geht in seinem Blog davon aus, dass durch das "Á la Carte"-Modell kleine Sender mit zu geringer Nachfrage aus dem Angebot der Kabelunternehmen verschwinden werden.
(Ende)
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