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Österreicher rauchen gerne und wollen nicht aufhören
Experten: Bereitschaft zum Aufhören ist um 20 Prozent gesunken

Wien (pte/03.04.2006/13:56) - Nach einer heute, Montag, veröffentlichten Studie des Nikotin Institut Wiens http://www.nicotineinstitute.com ist im ersten Quartal 2006 die Quote der Raucher, die freiwillig das Rauchen aufgeben wollen, um 20 Prozent gesunken. Die Ursache sehen die Experten in den derzeit günstigen Zigarettenpreisen. Studien haben nämlich gezeigt, dass bei niedrigen Zigarettenpreisen die Anzahl der Raucher steigt. Die Ärzte des Nikotin Institut Wiens warnen indes erneut vor den gesundheitlichen Schäden, die durch Rauchen entstehen. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen reagiert auf die alarmierende Lage in Österreich und führt nach Ostern 2006 einen Mindestpreis für Zigaretten ein.

Das Rauchen verursacht dem europäischen Gesundheitssystem Kosten von über 100 Mrd. Euro jährlich. Allein in Österreich gibt es über zwei Mio. Raucher. Eine Tendenz eines Rückganges sei nicht absehbar, erklärt Ernest Groman, wissenschaftlicher Leiter des Nikotin Institut Wiens im pressetext-Interview. "Die Zigarettenpreise in Österreich haben einen Tiefstand erreicht. Zigaretten werden derzeit in Österreich zu Schleuderpreisen verkauft und sorgen dafür, dass Raucher den Ausstieg hinauszögern. Auch für Jugendliche hat das verheerende Auswirkungen: Für sie ist die Verlockung besonders groß, billige Zigaretten zu kaufen", so Groman. "Schon Untersuchungen vor 20 Jahren haben gezeigt, dass ein Preisanstieg um zehn Prozent, den Tabakkonsum um fünf Prozent reduziert", führt der Sozialmediziner im pressetext-Interview aus.

Global wird angenommen, dass die Tabakpreiserhöhung um zehn Prozent über den durchschnittlich geschätzten Preis von Zigaretten dazu führt, dass 40 Mio. Menschen weltweit das Rauchen aufgeben würden. "Vor diesem Hintergrund unterstützt das Nikotin Institut Wien die Initiative des Gesundheitsministeriums, einen Mindestpreis in Österreich einzuführen. Denn Public Health geht vor Free Market", erklärt der Sozialmediziner Michael Kunze. Ein Mindestpreis für Zigaretten besteht bereits in den Ländern Italien, Belgien, Irland und Frankreich.

Das "European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs" (ESPAD) hat in seinem Report 2003 festgestellt, dass im europäischen Vergleich, Österreichs Jugendliche mit 49 Prozent, gleich nach Grönland mit 60 Prozent, am meisten rauchen. "Im Vorjahr konnten wir einen positiven Trend zum Nicht-Rauchen beobachten, der auf Grund der Schleuderpreise im Jahr 2006 zunichte gemacht worden ist", so Groman weiter. Vor den gesundheitlichen Schäden, die durch Rauchen entstehen können, warnen die Mediziner seit Jahren. Allein in Österreich schätzen die Experten, sterben rund 14.000 Personen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Die häufigste Todesursache als Folge des Rauchens ist in Österreich der Lungenkrebs. 90 Prozent aller Lungenkrebspatienten sind Raucher. Allein an dieser Krankheit sind 2003 in Österreich 2.339 Männer und 993 Frauen gestorben.

Auf die Frage warum in Österreich nicht ähnliche Rauchverbote wir in Italien und Irland durchgeführt werden, meint der Experte: "Österreich und Deutschland sind rauchertolerante Länder. Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren vieles zum Positiven hin entwickelt. So sind die meisten Arbeitsplätze rauchfrei geworden", erklärt der Mediziner. Von absoluten Verboten hält Groman nicht viel. "Man muss den Rauchern eine Chance geben." Der Fachmann ist überzeugt, dass der Preisanstieg sich positiv auf die Bilanz auswirke. "Es geht vor allem um jene unzufriedenen Raucher, die ohnehin ans Aufhören denken. Das haben zahlreiche Veranstaltungen in der Vergangenheit gezeigt." Als wesentlich bezeichnet Groman auch das Angebot einer Raucherentwöhnung. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-811 40-307



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