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pte060722008 Umwelt/Energie, Produkte/Innovationen
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Verjüngungskur für den Jumbo-Jet B747
Nachhaltigkeit als Hauptthema bei größter Air Show in Farnborough

Die neueste Jumbo-Version: die Boeing B747-8; Foto: Boeing
Seattle/London (pte/22.07.2006/11:25) - Mit einem Relaunch des erfolgreichen Jumbo-Jets Boeing 747 http://www.boeing.com, will der US-Flugzeughersteller auf den Konkurrenten Airbus A380 http://www.airbus.com reagieren. Allerdings ist die maximale Sitzplatz-Kapazität bei der neuen Boeing B747-8 mit 450 Passagieren in einer Drei-Klassen-Konfiguration beschränkt. Die Reichweite soll bei 14.815 Kilometern liegen. Die erste B747-8 wird als Frachter ausgeliefert. Der Erstflug ist für September 2009 geplant.

Die Wogen im Konkurrenzkampf der beiden Flugzeughersteller schlagen derzeit hoch. Beide Unternehmen haben mit argen Problemen zu kämpfen. Der A380 wird nicht rechtzeitig lieferbar und verspricht nach ersten Angaben weit weniger treibstoffsparend zu sein als ursprünglich angenommen. Die Antwort von Boeing - der Dreamliner B787 - soll wesentlich bessere Leistungen ausweisen. Allerdings kämpft Boeing mit einigen technischen Problemen. Offensichtlich kommt es hier gerade recht, das ohnehin erfolgreiche Modell B747 einfach weiter zu entwickeln. Dazu soll der Rumpf der derzeitigen B747-400 um 3,6 Meter - beim Frachter sogar um 5,6 Meter - gestreckt werden. Was allerdings völlig neu ist, ist die Flügelkonzeption und die Triebwerkstechnologie.

Boeing gibt an, dass der Sitzplatz in der neuen B747-8 pro Meile um neun Prozent weniger kostet, als beim derzeitigen Jumbo der Serie 400. Gegenüber dem A380 soll der neue Jumbo gleich doppelte Vorteile bringen: Jeder Sitzplatz ist um 12 Prozent leichter und wird um elf Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als jener beim Airbus-Konkurrenten. Boeing rechnet vor, dass jede Reise damit um 22 Prozent weniger kostet als beim Konkurrenten. Zudem brauche man die Infrastruktur an den Flughäfen für die Neuauflage des Jumbos nicht verändern. Die Idee von Boeing die 747-Serie, deren erste Auflage bereits 1969 gelauncht wurde, fortzusetzen, war allerdings von großen Zweifeln geprägt. Erst die fixe Bestellung von großen Frachtern im November des Vorjahres hat den Flugzeughersteller offensichtlich davon überzeugt.

"Treibstoffeffizienz" ist bei der weltgrößten Air-Show im englischen Farnborough http://www.farnborough.com , die derzeit stattfindet, das Thema Nummer eins. Dass die beiden größten Flugzeughersteller Boeing und Airbus wie aus einem Mund mit der "Ökologie" ihrer neuen Flugzeuge werben, macht klar, dass die Luftfahrt die "grünen Ziele" erkannt habe. Stolz berichtet man darüber, dass Treibstofffresser wie die Concorde, die allein von der Park-Position bis zur Startbahn zwei Tonnen Treibstoff verbraucht hat, endgültig der Vergangenheit angehören. Dennoch steigt die Kritik an der scheinbar unendlich wachsenden Luftfahrt. So reisen viele der Vertreter nach Farnborough nicht mit dem Flugzeug an.

Derzeit ist die Luftfahrt für zwei Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich, trägt aber mit acht Prozent zur weltweiten Wirtschaft bei. "Wenn die Luftfahrt von heute auf morgen stoppen würde, gebe es nur eine geringe Verringerung der CO2-Emissionen, allerdings wären die Folgen für die Weltwirtschaft dramatisch", erklärte Giovanni Bisignani, CEO der International Air Transport Association IATA http://www.iata.org. Die Frage laute daher: "Wie könne man den Handel weiter ankurbeln, aber die Emissionen verringern?" Eine Antwort darauf sind neue Flugzeuge. Durch neue Designs konnte in den vergangenen Jahren die Effizienz jährlich um ein Prozent gesteigert werden. Umgekehrt sorgt die Steigerung des Verkehrsaufkommens aber für einen jährlichen Anstieg der CO2-Emissionen zwischen drei und vier Prozent.

Einige Umweltgruppen fordern daher eine separate Abgabe auf die Flugtickets. So auch die britische Aviation Environment Federation http://www.aef.org.uk , die sogar eine Steuer von 0,07 US-Cents für jeden geflogenen Kilometer fordert. Das würde einen Langstreckenflug allerdings gehörig verteuern. Experten gehen davon aus, dass diese Steuer wohl kaum jemals Realität werden könnte. Wahrscheinlicher scheint jedoch der Vorstoß Frankreichs zu sein: Je Flug wird eine Steuer von einem Euro eingehoben. Diese kommt derzeit allerdings sozialen Zwecken und nicht dem Umweltschutz zu. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-811 40-307



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