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pte061125004 Computer/Telekommunikation, Unternehmen/Finanzen |
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"Die Festnetzzukunft heißt Breitbandinternet"
Telekom Austria: IPTV und Co. als Festnetzdomäne
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| Martin Bredl, Leiter Unternehmenskommunikation Telekom Austria (Foto: fotodienst.at) |
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Wien
(pte/25.11.2006/06:40) -
125 Jahre hat das Festnetz in Österreich nun schon auf dem Buckel. Obwohl Gespräche zunehmend über das Handy geführt werden, bedeutet das aber nicht das Ende für das Festnetz. Vielmehr sehen die Betreiber die Zukunft des Festnetzes in Applikationen und Plattformen, die einen Breitbandanschluss erfordern. pressetext sprach mit dem Unternehmenssprecher der Telekom Austria, Martin Bredl, über Breitbandinternet, hochauflösendes Fernsehen und die Vorteile der Festnetzinfrastruktur gegenüber mobilen Internetlösungen.
pressetext: Der klassischen Festnetztelefonie laufen die Kunden davon. Steht das Modell nach 125 Jahren vor dem Aus? Oder wie kann man Ihrer Meinung nach das Festnetz in die Zukunft führen?
Bredl: Wir glauben keinesfalls, dass das Festnetz tot ist, sonst würden wir nicht so viel investieren. Die Zukunft des Festnetzes ist ganz sicher das Breitbandinternet. Wir haben in den vergangenen vier Jahren mehr als eine Mrd. Euro in Breitband investiert. Das zeigt, dass wir vom Festnetz überzeugt sind. Das Geschäftsmodell wandelt sich natürlich. Es klingt zwar sehr dramatisch, dass immer mehr Kunden in Richtung Mobilfunk gehen, aber wenn man das Geschäft genau betrachtet, sieht man, dass die Sprachtelefonie nur etwa 20 bis 30 Prozent des Festnetzumsatzes ausmacht. Der Rest besteht bereits aus Datengeschäften, internationalen Geschäften - wir sind eine Drehscheibe bei den Daten aus Osteuropa - und natürlich aus dem stark wachsenden Breitbandbereich.
pressetext: Wie wollen Sie den Rückgang bei den Festnetzkunden stoppen?
Bredl: Natürlich können wir nicht verhindern, dass die Kunden mehr über das Handy telefonieren. Aber den Trend, das Festnetz abzumelden können wir schon aufhalten und sogar umkehren. Wir beobachten, dass die Kunden, die Breitbandinternet brauchen, wieder einen Festnetzanschluss anmelden. Für immer mehr Dinge des täglichen Lebens braucht man das Internet. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft jeder Haushalt einen Breitbandanschluss benötigt. Wobei aber über diese Anschlüsse primär nicht telefoniert wird, sondern eben Internet oder Fernsehen genutzt wird.
pressetext: Wie sieht sich die Telekom Austria auf dem Breitbandinternet-Markt aufgestellt?
Bredl: Wenn es um Breitband geht, ist die Telekom sehr gut aufgestellt. Zählt man Wholesale- und Retail-Markt zusammen, verfügen wir über etwa 50 Prozent Marktanteil. Die andere Hälfte teilen Kabelanbieter und Mobilfunkanbieter, die mittlerweile rund 15 Prozent Marktanteil haben, unter sich auf. Wir sind aber überzeugt, dass das mobile Internet den Breitbandanschluss Zuhause nicht ersetzen wird. Die Festnetzinfrastruktur wird auch in Zukunft - das ist einfach physikalisch bedingt - höhere Bandbreiten übertragen können. Wir rechnen damit, dass das Festnetz eine um eine Zehnerpotenz höhere Übertragungskapazität haben wird als die Mobilkommunikation. Daran sieht man, dass bestimmte Anwendungen wie Filme oder hochauflösendes Fernsehen eine Domäne des Festnetzes sein werden. Mobile Internetanschlüsse haben durchaus einen Sinn, wenn Leute mobil sind.
pressetext: Die Ausrichtung auf Breitband ist also das Erfolgsrezept für die Zukunft des Festnetzes?
Bredl: In unseren Businessplänen sind moderate Rückgänge in der Sprachtelefonie vorgesehen. Die Zuwächse, die wir beim Breitband verzeichnen, können zumindest vom Umsatz her nicht ausgleichen, was wir bei der Sprache verlieren. Das Festnetz befindet sich aber nicht in einer Situation, in der man sich um den zukünftigen Geschäftserfolg sorgen muss. Ganz im Gegenteil: Das Festnetz liefert ganz starke Cash-Flows. Aus diesen investieren wir auch in die Mobilkommunikation. Unsere Expansion in den Osten hat vieles mit dem starken Cash-Flow des Festnetzbereichs zu tun. In Summe kann man sagen, wir haben einen kalkulierten Rückgang bei der Sprachtelefonie. Wir haben einen Anstieg bei den Breitbandanschlüssen und beim internationalen Geschäft im Datenbereich.
pressetext: Welche Investitionen haben Sie für die kommenden Jahre im Festnetzbereich geplant?
Bredl: Wir haben in den nächsten Jahren im Festnetz zwischen 250 und 300 Mio. Euro an Investitionen im Jahr vorgesehen. Mit diesen Investitionen wollen wir das Netz komplett umbauen, das heißt, für jeden Kunden einen Breitbandanschluss zur Verfügung stellen und die Kapazität erhöhen. Außerdem soll die vorhandene Infrastruktur sukzessive durch IP-Technologie ersetzt werden. Dieses Programm geht sicher über 2010 hinaus.
(Ende)
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