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Deutsche Mediziner kritisieren Fall Ashley
Hormongaben und Entfernung von Brustdrüsen und Gebärmutter ethisch nicht vertret

München (pte/30.01.2007/06:05) - Hormonexperten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) http://www.endokrinologie.net haben die Behandlungsmethoden beim schwerstbehinderten Mädchen Ashley als ethisch und medizinisch nicht vertretbar kritisiert. Das so genannte "Ashley-Treatment", es handelt sich dabei um Hormongaben und die Entfernung von Brustdrüsen und Gebärmutter, sei demnach nicht vertretbar. Ein solches Vorgehen würde auch zukünftig von der Gesellschaft nicht unterstützt. Eine solche medizinische Behandlung sei nicht gerechtfertigt.

Das inzwischen neunjährige amerikanische Mädchen ist geistig auf dem Entwicklungsstand eines Säuglings - ohne Aussicht, dass sich sein Gehirn weiterentwickelt. Die Lebenserwartung des Kindes sei allerdings durchschnittlich. Als sich im Alter von sechs Jahren eine verfrühte Pubertät anzeigte, beschlossen die Eltern, diese durch Östrogene zu beschleunigen. Denn diese - bei sehr hochwüchsigen Mädchen häufig eingesetzte - Therapie verringert die endgültige Körpergröße der Betroffenen. Darüber hinaus entfernten die Ärzte im Krankenhaus in Seattle operativ die Brustdrüsen des Mädchens, unter anderem um einer bestehenden familiären Neigung zu Brustkrebs vorzubeugen. Schließlich entnahmen sie auch die Gebärmutter - mit dem Ziel, die Monatsblutung und damit einhergehende Schmerzen zu verhindern.

"Beide genannten, verstümmelnden Operationen sind ethisch nicht gerechtfertigt und in Deutschland bisher unseres Wissens weder ernsthaft erwogen noch durchgeführt worden", so Olaf Hiort, Sprecher der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie (SPED) der DGE aus Lübeck. "Die Sorge vor sexuellen Übergriffen auf die Tochter oder dass große Brüste die Pflege behinderten, rechtfertigte keinesfalls eine Teilamputation der Brustdrüsen", argumentiert der Wissenschaftler. Und auch Regelbeschwerden stünden in keinem Verhältnis zur Schwere eines solchen operativen Eingriffs. "Die frühe Pubertät hat bereits das Wachstum des Mädchens gebremst. Dies hormonell zu verstärken, entbehrt jeder medizinischen Grundlage, denn für sechsjährige Mädchen gibt es dazu keinerlei medizinische Erfahrungen, aber Risiken", so der Experte. Nebenwirkungen sind bisher zwar nicht häufig dokumentiert, sie reichen aber von übermäßiger Gewichtszunahme, dem starken Wachstum der Brüste bis hin zu Kopfschmerzen und Thrombosen. "Eine seriöse Risikoabschätzung für das bettlägrige und schwerstbehinderte Mädchen ist nicht möglich."

"Es wird vorgegeben, dass Ashley durch die genannten Maßnahmen stets ein Kind bleiben wird", erklärt Hiort. Dies sei jedoch falsch. Zwar mindere sich voraussichtlich die Körperlänge des Mädchens und die Monatsblutungen blieben aus. Darüber hinaus altere Ashley jedoch wie andere Menschen auch. Lediglich die Körperlänge werde voraussichtlich dauerhaft vermindert zudem wird die Regelblutung ausbleiben.

Ashley-Treatment: http://ashleytreatment.spaces.live.com/PersonalSpace.aspx?_c02_owner=1
(Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-811 40-307



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