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pte080410043 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen |
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Lidl: Umsatzeinbruch läutert Konzernchefs
Imageschaden nur mit Transparenz und Vertrauen ausgleichbar
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| Lidl gelobt Besserung (Foto: pixelio.de) |
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Neckarsulm/Achim
(pte/10.04.2008/17:00) -
Die wegen Mitarbeiterbespitzelungen massiv unter Druck geratene Discount-Handelskette Lidl http://www.lidl.de verzeichnet nur wenige Wochen nach dem Skandal Umsatzeinbußen. Wie Klaus Gehrig, Konzernchef der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, in einem Interview gegenüber dem Südwestrundfunk erklärte, wolle man künftig menschlicher mit den eigenen Mitarbeitern umgehen und sich um eine lückenlose Aufklärung bemühen. "Ja, wir haben Umsatzeinbußen. Einige Kunden haben geschrieben, sie gehen nicht mehr einkaufen und das haben wir auch gemerkt." Dem Lidl-Chef nach, sei dies jedoch "der falsche Weg", weil die Kunden damit nicht primär das Unternehmen, sondern in erster Linie die Mitarbeiter bestrafen. Eine Einladung, sich den Fragen von Anne Will in der ARD zu stellen, schlug Gehrig am Sonntag aus. Im Nachhinein bewertete er diese Entscheidung jedoch als "falsch".
"Der Skandal hinterlässt nicht nur primär bei Lidl einen negativen Beigeschmack, vielmehr scheint das Image der gesamten Branche schwer beschädigt worden zu sein. Betrachtet man solche Überwachungsmechanismen hinsichtlich des damit angestrebten Erfolgs, dann zeigt sich kaum ein tatsächlicher Nutzen. Dies hat sich in der Vergangenheit weder bei einem Staat wie der ehemaligen DDR noch bei einem Konzern wirklich ausgezahlt, sondern vielmehr ins Gegenteil verklärt", analysiert der selbstständige Unternehmensberater Bernd Höhne http://www.jobdot.de im Gespräch mit pressetext. Um die Imagedelle wieder ausgleichen zu können, rät der Experte dazu, zu aller erst das Vertrauen der eigenen Mitarbeiter durch größtmögliche Transparenz wiederherzustellen. "Wenn Lidl nach außen hin wieder positiv wahrgenommen werden möchte und das Kundenvertrauen erlangen will, geht dies nur über die eigene Belegschaft", so Höhne weiter.
Überraschend offen zeigte sich der Schwarz-Gruppe-Boss hingegen beim Thema Betriebsräte. Derzeit gibt es nur in sechs der bundesweit 2.900 Lidl-Filialen Arbeitnehmervertretungen. So dürfe das Problem einer bei Lidl im Vergleich zu anderen Unternehmen eher geringeren Zahl an Betriebsräten "nicht allein aus der Lidl-Sicht" gesehen werden. Was man derzeit erlebe, sei kein Problem von Lidl allein, sondern betreffe vielmehr die gesamte Branche, so Gehrig. Mit dem Vorwurf der Mitarbeiter-Bespitzelungen konfrontiert, räumte er ein, dass ohne die Stern-Aufdeckungen die ahnungslosen Mitarbeiter womöglich noch immer bespitzelt würden. Auch gestand Gehrig, sich mangelnde Kontrolle vorwerfen lassen zu müssen. Dieses Problem werde, auch im Hinblick auf das Image und die damit einhergehenden Umsatzeinbrüche, nun "mit Macht" angegangen, heißt es.
Trotz "bedauerlicher Einzelfälle" und "Problemen mit unerfahrenen Geschäftsführern", was sich bei einzelnen Detektiven zu einer "gewissen Eigendynamik entwickelt" hätte, wolle man sich bessern, erläutern Gehrig sowie Frank-Michael Mros, Deutschland-Chef Lidl gegenüber der Heilbronner Stimme. Um dieses Ziel nach dem desaströsen Imageverlust wieder wett zu machen, sollen nun weitergehende Konsequenzen ergriffen werden. "Wer den neuen Regeln nicht entspricht, für den haben wir im Unternehmen keinen Platz mehr", unterstreicht Gehrig. Auch soll das angeschlagene Image durch eine geänderte Öffentlichkeitsarbeit aufpoliert werden. Die Veränderungen sehen unter anderem vor, dass die Beschäftigten ihre Vorgesetzten benoten können. Dieses Prinzip hätte sich auch bereits bei Kaufland ausgezahlt.
(Ende)
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