Novartis reagiert auf Korruptionsvorwürfe
Pharmakonzern richtet externen Transparenzbeirat ein
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| Novartis reagiert auf Korruptionsvorwürfe (Foto: novartis.de) |
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Basel/Nürnberg
(pte/11.06.2008/13:11) -
Der Pharmakonzern Novartis http://www.novartis.de hat eine Reaktion auf im vergangenen Jahr erhobene Korruptionsvorwürfe angekündigt. Einem stern-Bericht zufolge wird das Unternehmen einen externen Transparenzbeirat einrichten, der die Einhaltung der Unternehmensrichtlinien überwachen soll. Novartis war aufgrund verschiedener Vorteile, die jenen Ärzten gewährt wurden, die bevorzugt Novartis-Medikamente verschrieben, in die Kritik geraten. So soll es vonseiten des Konzerns unter dem Deckmantel von Studien in Tausenden Fällen zu Geldzahlungen für die ärztliche Verordnung von Novartis-Produkten gekommen sein. Darüber hinaus seien Mediziner zu Vergnügungsreisen eingeladen worden und Novartis habe die Höchstmenge an Musterpackungen, die kostenlos an Ärzte abgegeben werden dürfen, überschritten.
"Jeder Schritt, der zum Ziel hat, ethisches Marketing umzusetzen, ist in unserem Sinne. Novartis schlägt damit die richtige Richtung ein", meint Michael Grusa, Geschäftsführer des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) http://www.fs-arzneimittelindustrie.de, im Gespräch mit pressetext. Der Transparenzbeirat soll Korruption in Zukunft verhindern. In den kommenden Wochen werde das externe Organ aus "honorigen Ärzten, Verbraucherschützern und Vertretern der Öffentlichkeit gebildet", kündigt Novartis-Deutschland-Chef Peter Maag an. Kritiker sehen in der Maßnahme jedoch lediglich einen Schritt zur Aufpolierung des angeschlagenen Konzernimages. Die Unabhängigkeit des Beirats vom Unternehmen müsse unter Beweis gestellt werden. Darüber hinaus sei ungewiss, welche Schritte vom Beirat bei einem möglichen Verstoß gegen die Richtlinien konkret unternommen werden könnten.
"Wenn es Novartis dabei hilft, den FSA-Kodex einzuhalten, ist ein Beirat zu begrüßen. Dieser kann in einen Konzern anderes, neues Gedankengut einbringen und für mehr Transparenz sorgen", so Grusa gegenüber pressetext. Die FSA hatte Novartis aufgrund der Vergnügungsreisen für Ärzte ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro auferlegt. "Wir haben die Konsequenzen gezogen, Verstöße werden nicht toleriert", erklärt Maag. Mit der Gründung des Beirats gehe Novartis deutlich über die bisherige Selbstkontrolle hinaus und Korruption sei tabu. Künftig wolle der Konzern eine weniger enge Regelauslegung vor Ort im Unterschied zu den Richtlinien seitens der Konzernführung nicht mehr akzeptieren. Darüber hinaus kündigte Novartis den Abbau von rund 100 Stellen im Außendienst an, der auf die Rabattverträge der Krankenkassen und die Spezialisierung der Produkte zurückzuführen sei sowie in der Branche nicht ausschließlich Novartis betreffen würde.
(Ende)
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