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Anlegerfrust: Hedge-Fonds-Gebühren zu hoch
Schlechte Erträge trüben Investitionsfreudigkeit ein
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| Hedge Fonds bekommen Gegenwind zu spüren (Foto: pixelio.de, bbroianigo) |
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New York/Kaarst
(pte/03.09.2008/06:00) -
Hedge Fonds stecken derzeit in der Krise. So hat sich das von Anlegern investierte Kapital in den vergangenen Jahren verlangsamt und auch in seinem Volumen abgeschwächt. Zudem geraten Hedge Fonds wegen ihrer hohen Performance-Gebührenstruktur mehr und mehr in die Kritik. Mussten Anleger in den vergangenen Jahren noch um die Aufnahme in vermeintlich exklusive Hedge Fonds betteln, scheint sich die Situation mittlerweile grundlegend geändert zu haben. Wie das Wall Street Journal berichtet, verzeichnen selbst prominente Hedge-Fonds-Investoren wie Lone Pine Capital, TPG-Axon Capital Management oder Farralon Capital bislang Performance-Einbußen zwischen sieben und 25 Prozent. Aus Investorenkreisen heißt es unterdessen, dass selbst einer der weltweit größten Hedge Fonds bei Citadel Investments mit einem Verlust von rund sechs Prozent die schlechteste Rendite seit 14 Jahren aufweist.
In der Kritik stehen vor allem die Performancegebühren der Hedge Fonds, die sich immer am historischen Höchststand ("High-Water-Mark") orientieren. Erst wenn dieser übertroffen und somit eine neue High-Water-Mark erreicht wurde, entsteht ein neuer Provisionsanspruch, der seitens eines Vermögensverwalters erhoben werden kann. Da die Erträge derzeit schwächeln, fühlen sich neue Investoren, die Geld in Hedge Fonds investieren wollen, von der Regelung benachteiligt. Die Krise der Hedge Fonds scheint sich nicht zuletzt wegen der Finanzkrise und der daraus resultierenden Investitionszurückhaltung bemerkbar zu machen. "Viele Anleger sind gegenwärtig mehr als nervös und stark verunsichert. Dennoch sollte insbesondere bei Banktiteln darauf verwiesen werden, dass viele gestärkt aus der Krise hervorgehen", so Jörg Urlaub, Vorstand der Incam AG http://www.incam.de, gegenüber pressetext.
Seit dem Beginn der Datenerfassung durch das Marktforschungsinstitut Hedge Fund Research http://www.hedgefundresearch.com vor 18 Jahren ist 2008 das mit Abstand schlechteste Jahr für die Branche. So beträgt der durchschnittliche Hedge-Fonds-Verlust bis Juli dieses Jahres 3,43 Prozent. Das Ergebnis liegt damit zwar noch besser als der Rückgang im Standard & Poor's 500 um 12,65 Prozent, aber noch immer unterhalb der Steigerung des Lehman Brothers Bond Index mit 1,05 Prozent. "Man könnte denken, dass Investoren die Ertragslage von Hedge Fonds im aktuellen Geschäftsjahr als verhältnismäßig gut bewerten. Meinem Empfinden nach sind viele Anleger jedoch unzufrieden", wird Reid Bernstein von OneCapital Management Partners zitiert. Viele von der aktuellen Krise betroffenen Hedge Fonds verfügen über eine Deadline zum 30. September. Bis dahin ist es den kapitalinvestierenden Unternehmen möglich, einen Ausstieg bis zum Jahresende mitzuteilen.
Aus diesem Grund beobachten Investoren das Marktumfeld und die Konkurrenz, um den richtigen Zeitpunkt für einen Absprung nicht zu verfehlen. Das weltweit rund 1,9 Bio. Dollar umfassende Geschäft der Hedge Fonds konnte in den ersten beiden Quartalen 2008 "nur" 30 Mrd. Dollar frisches Investitionskapital einsammeln. Obwohl die Summe exorbitant hoch erscheint, zeigt sie den immensen Einbruch. Allein in der Vorjahresperiode flossen der gesamten Branche über 119 Mrd. Dollar neu zu - gegenüber dem heutigen Wert fast vier mal soviel. Insider führen dies vor allem auf die wachsende Verunsicherung zurück. Trotz rückläufiger Investitionszahlen ist die Branche aber noch weit davon entfernt zu implodieren. Schließlich reihen sich die aktuellen Verluste an eine Periode überdurchschnittlicher Zuwachsraten der vergangenen Jahre, so der Bericht.
(Ende)
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