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Betrugsverdacht: FBI nimmt Finanzriesen ins Visier
Weitere Regulierungen erwartet - Notfallpaket umstritten

US-Behörden wollen stärker durchgreifen (Foto: pixelio.de, jp567)
Washington/New York/Leipzig (pte/24.09.2008/13:30) - Die Pleite gegangene US-Investmentbank Lehman Brothers sowie die zuletzt mit staatlicher Hilfe geretteten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac geraten in den Fokus des FBI. Wie das Wall Street Journal heute, Mittwoch, berichtet, sollen nun die Chefs der Finanzkonzerne auf den Tatbestand des Hypothekenbetrugs überprüft werden. Ziel der Ermittlungen ist es herauszufinden, ob sich die Finanzdienstleister Insiderhandel, falsche Wertangaben oder Bilanzbetrug vorwerfen lassen müssen. Wie FBI-Direktor Robert Mueller sagte, gehe man dem begründeten Verdacht in 26 Unternehmen nach. Insgesamt belaufen sich die Ermittlungen landesweit auf 1.400 Einzelfälle. Die nun eingeleiteten FBI-Untersuchungen werden von der Branche und von politischer Seite aus begrüßt, da allein die Finanzhilfen für Fannie Mae und Freddie Mac die US-Steuerzahler mit bis zu 100 Mrd. Dollar belasten könnten.

"Die Krise hat den Bedarf an weitergehender Regulierung und Kontrolle auch anderer Teile, insbesondere der Hedge Fonds, offengelegt. So steigt die Erkenntnis für diese Notwendigkeit derzeit auch in den USA. Allerdings steckt der Teufel im Detail. Zum Beispiel wird man um die Diskussion der Vergütungs- und Anreizstruktur im Finanzsektor und die Frage, wie hier eine Regulierung aussehen könnte, nicht herumkommen", unterstreicht Bernhard Schwetzler, Lehrstuhlinhaber Finanzmanagement und Banken an der Handelshochschule Leipzig http://www.hhl.de, gegenüber pressetext. Obwohl sich die Beschuldigten, unter denen sich auch der größte Versicherer AIG befindet, die Vorwürfe weder bestätigt noch verneint haben, befürworten Fachleute den Sinn und Zweck der Untersuchungen des FBI. Hintergrund für die FBI-Aktivitäten dürfte aber auch das noch diese Woche zur Verabschiedung stehende, 700 Mrd. Dollar umfassende Paket der Bush-Administration zur Stützung des Finanzsystems sein.

Zu Beginn der Woche löste die Ankündigung der US-Regierung die größte Ölpreissteigerung an der New Yorker Börse aus. Wegen der unklaren Ausgestaltung des Notfallpakets macht sich inzwischen Skepsis und Nervosität an den internationalen Finanzplätzen breit. Folglich suchen Anleger und Händler zunehmend Zuflucht in sicheren Rohstoffwerten wie Öl oder anderen Edelmetallen wie Gold oder Kupfer. Knackpunkt bei den Verhandlungen um die Details des Hilfsprogramms bleibt die Frage nach der parlamentarischen Aufsicht. So haben mehrere demokratische Senatoren betont, dass das Parlament der Regierung nicht einen "Blanko-Scheck über 700 Mrd. Dollar" ausstellen dürfe. Kritiker werfen der Regierung vor, dass diese ohne Rücksicht auf Verluste Steuergelder verschwende. Die Einwände lassen sich nicht von der Hand weisen. Nach der Lehman-Brothers-Pleite konnte sich beispielsweise Merrill Lynch nur durch einen Verkauf über 50 Mrd. Dollar an die Bank of America retten.

Unterdessen wurde bekannt, dass sich Goldman Sachs eine Kapitalspritze von mindestens 7,5 Mrd. Dollar beschafft hat. Der US-Multimilliardär Warren Buffett steuert fünf Mrd. Dollar bei. Buffetts Berkshire-Hathaway-Holding werde im Zuge der Zuwendungen Vorzugsaktien mit unbegrenzter Laufzeit und einer Zehn-Prozent-Dividende kaufen, teilte die Geschäftsbank am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Außerdem erwerbe die Holding Optionsscheine für den Kauf von Stammaktien im Volumen von fünf Mrd. Dollar. Dies entspricht einem Preis je Aktie von 115 Dollar, wobei die Papiere innerhalb von fünf Jahren auszuüben sind. Zudem bestünde eine Option auf den Kauf weiterer Anteile im Ausmaß von nochmals fünf Mrd. Dollar. Auch teilte Goldman Sachs mit, Stammaktien von mindestens 2,5 Mrd. Dollar zu verkaufen. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Florian Fügemann
email: fuegemann@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305



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