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pte080930001 Handel/Dienstleistungen, Auto/Verkehr |
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Markt für Auto-Ersatzteile gerät massiv unter Druck
Bis 2020 Umsatzverdreifachung in Schwellenländern erwartet
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| Ersatzteilesegment von Lieferanten stark umkämpft (Foto: pixelio.de, Rita Köhler) |
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Wien
(pte/30.09.2008/06:00) -
Unabhängige Anbieter von Auto-Ersatzteilen ("Independent Aftermarket") geraten zusehends unter Druck. So wird der Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer aus den Schwellenländern zunehmend härter, wobei das Marktvolumen mit Ersatzteilen insgesamt auf 165 Mrd. Euro geschätzt wird. Ein weiterer Grund für den sich daraus ergebenden Preissturz bei Ersatzteilen lässt sich in der Verschiebung des Monopols in Richtung der von den Automobilherstellern bevorzugten Vertragshändler erkennen. Dies ist das Fazit einer aktuellen Untersuchung der Managementberatung A.T. Kearney http://www.atkearney.com, bei der über 70 Manager des europäischen Independent Aftermarket befragt wurden. Da somit vor allem asiatische und osteuropäische Player zusehends auf den Ersatzteil-Markt drängen, ist bereits heute schon Österreich von diesem Wandel betroffen. Die Zahlen verdeutlichen diesen Wachstumstrend. So wird damit gerechnet, dass sich die Umsätze allein in Osteuropa bis 2020 verdreifachen.
"Da große Automobilhersteller Verträge mit Originalteilzulieferern, sogenannten ,Original Equipment Supplier' (OES) geschlossen haben, geraten unabhängige Zulieferer verstärkt unter Druck", erläutert Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www2.fh-gelsenkirchen.de , auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Insider zeigt sich die führende Monopolstellung der OEMs unter anderem bei neuen Modellen der Automobilhersteller. "Viele Autobauer verlassen sich hierbei nach wie vor auf das Logistiknetz und die Verfügbarkeit der OEM-Bauteile. Wenn bei neuen Modellen Fahrzeugteile benötigt werden, können OEMs diese meist schneller liefern als der Independent Aftermarket. Erst bei älteren Gebrauchtwagen werden Ersatzteile von unabhängigen Lieferanten wichtiger", fügt der Automobilexperte hinzu.
Den unabhängigen Markt für Auto-Ersatzteile sieht A.T. Kearney jedoch vom zunehmenden Elektronik-Anteil am Fahrzeuggesamtwert stimuliert. Laut den Experten werden die Umsätze im Elektronik-Aftermarket jährlich um rund sieben Prozent ansteigen. Trotzdem geraten die unabhängigen Zulieferer durch eine höhere Lebensdauer von Einzelteilen sowie den umwelt- und wirtschaftsbedingten Rückgang der Fahrzeugnutzung ins Hintertreffen. Schließlich führt dies nicht zuletzt zu einer reduzierten Nachfrage nach Verschleiß- und Wartungsteilen. Aus diesem Grund befürchtet A.T. Kearney, dass Umsatzeinbrüche von bis zu 20 Prozent in den betroffenen Teilesegmenten drohen. Belastend hinzu kommt für die unabhängigen Zulieferer, dass die Automobilhersteller ihr OES-Geschäft mit der Ausweitung von Garantien sowie Full-Service-Verträgen aggressiv forcieren.
"Diese aggressiven Strategien im OES-Kanal, gemeinsam mit der zunehmenden Reparaturkomplexität, werden eine signifikante Bedrohung für Independent-Aftermarket-Marktteilnehmer sein", befürchtet auch A.T. Kearney-Automotive-Experte Jörg Branschädel. Diese Sicht wird dadurch bestätigt, dass sich der unabhängige Zulieferer-Markt für Ersatzteile auf Großhandelsebene noch stärker als bisher internationalisieren wird. Fusionen und Übernahmen führen laut den Branchenkennern dazu, dass vor allem bei Standardteilen mit mehr Wettbewerb und geringeren Preisen aus den Schwellenländern zu rechnen ist. "Es muss bei Standardteilen mit höheren Preisnachlässen der etablierten Marktteilnehmer gerechnet werden", sagt A.T. Kearney-Studienautor Martin Haubensak.
(Ende)
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