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Spareinlagen trotz geplatztem US-Notpaket sicher
Börsenbeben schickt Indizes in Europa, Asien und den USA auf Talfahrt

Anleger sollten kühlen Kopf bewahren (Foto: pixelio.de, O. Fischer)
New York/Tokio/Frankfurt am Main (pte/30.09.2008/11:40) - Das Scheitern des 700 Mrd. Dollar schweren Rettungspakets hat an den internationalen Börsen zu schweren Verlusten geführt, die Einlagen der Sparer sind jedoch hierzulande nach wie vor am sichersten. "Obwohl der Vertrauensverlust die Märkte stark belastet, sollten Anleger nicht überstürzt handeln, sondern den kommenden Donnerstag abwarten. Erst dann wird endgültig klar sein, was die Abstimmung über den neuen Rettungsplan für die Finanzwirtschaft bringt", erklärt Ingo Kreisinger, Leiter Aktienhandel Frankfurt bei der Baader Wertpapierhandelsbank http://www.baaderbank.de, im Gespräch mit pressetext. Laut dem Finanzexperten brauchen sich Sparer, die ihr Geld bei deutschen Banken angelegt haben, keine großen Sorgen machen. "Die gesetzliche Mindestsicherung beträgt 20.000 Euro, zudem existiert bei Privatbanken ein Einlagensicherungsfonds, der bestehende Einlagen je Kunde bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank absichert", unterstreicht Kreisinger weiter.

Die Ängste und Sorgen privater Sparer und Kleinaktionäre scheinen angesichts der Kursstürze nicht unbegründet. US-Medienberichten nach verlor der Dow Jones an der New Yorker Börse rund sieben Prozent - der größte Tagesverlust aller Zeiten. Die Ablehnung des Rettungspakets der US-Regierung für die Finanzbranche durch das Repräsentantenhaus setzt heute, Dienstag, auch den Nikkei-Index in Tokio unter Druck. Dieser verzeichnet kurz vor Handelsschluss ein Minus von 3,5 Prozent. Beunruhigend blicken Händler gegenwärtig auch auf die Entwicklung beim Dax. So ist der Dax-Future heute bereits mit einem Minus von 200 Punkten auf 5.676 Zähler in den Handel gestartet. Wegen der angespannten Lage sagten Banken und Broker für den Handelstag sogar einen Rückgang des Dax von bis zu vier Prozent voraus. Tritt dies ein, wäre das ein weiterer Rückschlag für den Index. Erst gestern, Montag, war der Leitindex um 4,2 Prozent abgestürzt und hatte zeitweise ein Jahrestief von 5.802 Punkten markiert.

"Obwohl die Marktbedingungen schwierig sind, gehe ich derzeit jedoch nicht davon aus, dass deutsche Institute unter dem Druck zusammenbrechen werden. Wenn der Staat beispielsweise die Hypo Real Estate unterstützt, ist dies hilfreich und bei einem laufenden operativen Betrieb zu befürworten", sagt Kreisinger im Gespräch mit pressetext. Erst gestern verlor die Aktie des bayrischen Immobilienfinanzierers zwischenzeitlich mehr als 75 Prozent an Wert und konnte nur durch ein deutsches Finanzkonsortium sowie eine 35 Mrd. Euro schwere Bürgschaft unter Staatsbeteiligung gerettet werden (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080929019). Obwohl sich die Auswirkungen aus dem aktuellen Börsenbeben für deutsche Institute noch in Grenzen halten, scheint sich die Lage in den USA weiter zuzuspitzen. "Wenn man sich in den Vereinigten Staaten nicht auf ein Rettungspaket einigt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass weitere US-Institute kollabieren. Derzeit ist eine Marktberuhigung sehr nötig", so Kreisinger.

Trotz der aktuellen Kursverluste in den USA fällt der prozentuale Verlust des Dow Jones in seiner Nachkriegsgeschichte am "schwarzen Montag" 1987 mit fast 23 Prozent aber weitaus größer aus. Die Einschätzung, dass das Vertrauen dringend in die Märkte zurückkehren muss, scheint sich angesichts der Kurstalfahrt zu bestätigen. Trotz der Turbulenzen scheint die Panik vieler Anleger und Sparer hierzulande nicht angebracht zu sein. Die Sicherungssysteme in der Bundesrepublik schützen sogenannte Sichteinlagen, wie Girokonten, Sparbücher oder Termingelder. Für Aktien und Fonds besteht keine Gefahr, da sie nur vom Institut verwahrt werden, aber nicht zu deren Vermögen zählen. "Schwierig kann es hingegen bei Lehman-Zertifikaten werden, da diese nicht im Einlagensicherungsfonds der Privatbanken enthalten sind", so Kreisinger. Käufer eines von einer Genossenschafts- oder Landesbank emittierten Zertifikats sind hingegen durch den Institutsschutz mit einer indirekten Rückzahlung abgesichert. (Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Florian Fügemann
email: fuegemann@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305



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