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pte081002026 Medien/Kommunikation, Politik/Recht |
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Skype zensiert Nachrichten chinesischer Nutzer
"Kein Unterschied zu Entwicklungen in Europa"
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| Skype verletzt Nutzer-Privatsphäre (Foto: tom.com) |
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Toronto
(pte/02.10.2008/12:24) -
Der Internettelefondienst Skype zensiert laut einer kanadischen Untersuchung die Textnachrichten seiner chinesischen Nutzer. Der nationale Ableger TOM-Skype http://www.tom.com zeichnet die Chats seiner Kunden auf und nimmt bestimmte Schlüsselwörter zu regierungskritischen Themen aus den Nachrichten heraus, heißt es in einem Bericht des Citizen Lab http://www.citizenlab.org an der Universität von Toronto. "TOM-Skype zensiert und speichert Text-Messages, die spezifische, sensible Wörte beinhalten und dürfte sich auch an Überwachungsmaßnahmen beteiligen", so die Forscher. Die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer werde offenbar kaum beachtet.
Die Zensurmaßnahmen stehen laut dem Bericht in klarem Gegensatz zu den offiziellen Aussagen des Unternehmens bezüglich seiner Richtlinien in China. Als zensierte Begriffe werden beispielsweise die Unabhängigkeit Taiwans, die verbotene Religionsgemeinschaft Falun Gong sowie die politische Opposition in China genannt. Außerdem sammle TOM-Skype Daten über jeden Chat und jedes Telefonat, die persönliche Informationen zu den Nutzern und Kontaktdaten enthalten. So unangenehm und abzulehnend diese Eingriffe in die Privatsphäre auch seien, es handle sich dabei nicht um ein China-spezifisches Problem, meint Hans Zeger, Obmann der Arge Daten http://www.argedaten.at, im Gespräch mit pressetext. "Auch in Europa wird über eine Verschärfung der Internetüberwachung nachgedacht. Wenn etwas gesetzlich festgeschrieben steht, werden sich die Unternehmen auch daran halten."
Der vorliegende Fall sei eher banal, Google, Yahoo und andere große Firmen hätten in der Vergangenheit schon für weit mehr Aufsehen gesorgt. "Es ist ganz einfach - die Unternehmen beugen sich den landesspezifischen Vorgaben", so Zeger weiter. Sich in Europa über chinesische Internetzensur aufzuregen, sei fast heuchlerisch. "Qualitativ gibt es hier keinen Unterschied zu den westlichen Entwicklungen."
Laut den kanadischen Forschern wurden die gespeicherten Skype-Dateien und Informationen darüber hinaus auf öffentlichen Servern abgelegt, was die Privatsphäre noch mehr gefährdet. "Damit wird der schlimmste Alptraum von Verschwörungstheoretikern rund um das Thema Überwachung Wirklichkeit", sagt Ronald J. Deibert, Politikwissenschaftsprofessor an der Universität Toronto, gegenüber der New York Times. Es sei wie Akte X ohne die Aliens. Skype hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Bericht geäußert.
(Ende)
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