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pte081112033 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen |
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Zumwinkel-Skandal: Liechtensteiner LGT gelobt Besserung
Neues Treuhandgeschäft sowie Gesetzgebung in Steueroasen kritisiert
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| Gesetzgebung Liechtensteins und der Schweiz in der Kritik (Foto: pixelio.de, A. Rathgeber) |
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Bonn/Vaduz/Köln
(pte/12.11.2008/13:55) -
Nachdem das Landgericht Bochum bestätigt hat, dass der Ex-Postchef Klaus Zumwinkel 1,1 Mio. Euro am Fiskus vorbeigeschleust hat, will der Liechtensteiner Finanzdienstleister LGT Bank http://www.lgt.com sein Treuhandgeschäft neu ordnen. Wie die Welt heute, Mittwoch, berichtet, sei die vorgesehene Umstrukturierung als Richtungswechsel zu interpretieren, um künftig nicht mit der Steuerfluchtdebatte in Zusammenhang gebracht zu werden. Fachleute werten dieses Vorgehen als direkte Reaktion auf Datenklau und zweifelhafte Stiftungen, von denen auch Zumwinkel Gebrauch gemacht hatte. Nach Angaben der Liechtensteiner Zeitung Vaterland ist das Neugeschäft im Treuhandbereich im Zuge der deutschen Ermittlungswelle (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080515038) bereits zum Erliegen gekommen.
"Obwohl die LGT eine zweifelhafte Umstrukturierung ihres umstrittenen Treuhandgeschäfts vornehmen will, bleiben viele Fragen offen. Ich denke, dass man damit lediglich versucht, das Schmuddelimage abzustreifen. So lange die Gesetzgebung in der Schweiz oder in Liechtenstein Schlupflöcher zulässt, wird sich an der Geschäftspraxis wenig ändern", sagt Werner Rügemer, Vorsitzender der Business Crime Control http://www.wirtschaftsverbrechen.de, im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten sei es äußerst problematisch, dass Steuerhinterziehung zum Beispiel auch in der Schweiz keinen Straftatbestand darstellt. Die Ermittlungen der deutschen Steuerbehörden waren bereits 2007 gegen Zumwinkel und Hunderte andere Deutsche in Gang gekommen. Der Bundesnachrichtendienst kaufte damals Tausende gestohlene Daten der LGT Bank von einem Informanten, der diese für fünf Mio. Euro einem Fahnder angeboten hatte.
Unterdessen hat die Liechtensteiner LGT Group angekündigt, das Treuhandgeschäft, zu dem wie im Fall Zumwinkel Stiftungen gehören, stärker auf Europa konzentrieren zu wollen. Eigenen Angaben zufolge will man dabei die Steuergesetze anderer Länder genau beachten. "Indem sich das Institut vermehrt den Kunden in Deutschland widmen möchte, ist dieser Schritt als Entgegenkommen der Bank gegenüber ihren Kunden zu werten. Bei den Beteuerungen der LGT Bank hinsichtlich der Gesetzeseinhaltung sind mir nach wie vor die verwendeten Begrifflichkeiten zu wenig transparent formuliert", gibt Rügemer auf Nachfrage von pressetext zu bedenken. Hierbei spielt der Branchenkenner auf die jüngste Äußerung von Prinz Max von und zu Liechtenstein, Konzernchef der LGT Group, an. Dieser hatte kürzlich betont, dass sich das Treuhandgeschäft den "neuen Realitäten" anpassen müsse.
Wie der Welt-Bericht zum Zumwinkel-Skandal darlegt, werde dem Ex-Postmanager Steuerhinterziehung in sechs Fällen zwischen 2001 und 2006 zur Last gelegt. Laut Angaben des zuständigen Landgerichts in Bochum soll Zumwinkel im März 1986 in Liechtenstein eine Stiftung in Form einer sogenannten "Devotion Family Foundation" gegründet haben, wobei er selbst Stiftungsbegünstigter war. Ersten Informationen nach beläuft sich der Gesamtwert des Stiftungsvermögens mit Ende 2006 auf über 11,8 Mio. Euro. Daraus soll der Großverdiener Einkünfte aus Kapitalvermögen zwischen 346.000 und 472.000 Euro erzielt haben, die bei den Einkommenssteuererklärungen für die Jahre 2001 bis 2006 aber nicht angegeben wurden. Somit wird Zumwinkel zur Last gelegt, dass dem Fiskus eine Steuerverkürzung von über 1,1 Mio. Euro Einkommensteuer sowie über 61.000 Euro Solidaritätszuschlag entstanden sind.
(Ende)
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