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pte081210019 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
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AIG verspekuliert weitere zehn Mrd. Dollar
Versicherungsriese büßt für zweifelhafte Geschäfte

AIG macht erneut Schulden (Foto: aig.com)
New York/Kaarst (pte/10.12.2008/12:00) - Der aufgrund der Finanzkrise zu rund 80 Prozent verstaatlichte US-Versicherungsriese AIG http://www.aig.com schuldet den größten an der Wall Street notierten Konzernen über zehn Mrd. Dollar. Dabei soll es sich um spekulative Veranlagungsgeschäfte handeln, die im Zuge der Kreditmisere und einer fehlenden Liquidität im Markt zu Verlusten geführt haben. Wie das Wall Street Journal heute, Mittwoch, unter Berufung auf informierte Personen berichtet, dürften diese Fehlspekulationen die ohnehin angespannte Beziehung zur US-Regierung auf eine erneute Zerreißprobe stellen. Erst Ende September 2008 hatte die US-Notenbank Fed in Absprache mit der Bush-Administration AIG einen Kredit über 85 Mrd. Dollar gewährt und den Konkurs abgewendet (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080917022).

Die Details zu den zweifelhaften Geschäften, die AIG mit dem Geld seiner Investoren getätigt hat, gehen Fachleuten zufolge weit darüber hinaus, was das Management in der Öffentlichkeit bislang zugegeben hat. In der Vergangenheit hatte der zweitgrößte Versicherungsriese immer betont, dass die eigenen Handelsgeschäfte vor allem Finanzunternehmen bei der Versicherung deren Beteiligungen helfe. Die Spekulationsgeschäfte, die von der internen AIG-Abteilung für Finanzprodukte veranlasst und abgewickelt wurden, sind Insidern nach ein erstes Indiz dafür, dass man mit dem eigenen Kapital über einen längeren Zeitraum ein risikoreiches Glücksspiel betrieben hat. Die infolge des Lehman-Brothers-Konkurses versauerten Spekulationsgeschäfte (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080915015) und deren Verluste hielt das AIG-Management bislang bewusst zurück.

"AIG ist ein Versicherer und kein Brokerunternehmen. Insofern hat man sich Verluste selbst zuzuschreiben. Das grundlegende Problem besteht aber darin, dass die Finanzabteilungen, die Produkte konstruieren, irgendwann selbst nicht mehr durchblicken", verdeutlicht Jörg Urlaub, Vorstand des deutschen Vermögensverwalters Incam http://www.incam.de, im Gespräch mit pressetext. Eine Lehre aus der Krise sei, dass man das Risiko künftig überschaubarer und transparenter machen muss. "Die Ratingagenturen trifft eine Mitschuld, da sie leichtfertig gute Bewertungen vergeben und Banken blind darauf vertraut haben", so Urlaub weiter. Da die Blase nach 17 Zinserhöhungen und explodierenden Immobilienpreisen in den USA platzen musste, war Urlaub zufolge "nur eine Frage der Zeit". Obwohl sich AIG bei der aktuellen Quartalsergebnispräsentation zu den Wetten nicht äußerte und auf "kreditsichernde Instrumente" verwies, handelt es sich um riskante "Collateralized Dept Obligations" (CDOs).

Ein AIG-Sprecher bestätigte unterdessen, dass diese Finanzkonstrukte einen Umfang von zehn Mrd. Dollar haben und zu dem 71,6 Mrd. schweren Derivate-Pool des Unternehmens gehören. Diese Produkte, die zu der Gruppe forderungsbesicherter Wertpapiere, sogenannter "Asset Backed Securities" gehören, werden von vielen Branchenkennern als Ursache für die Finanzkrise angeführt. Das Problem ist, dass das Ausfallrisiko wegen der nachrangigen Bedienung im Falle eines Ausfalls steigt. Wie auch andere Großbanken nutzte AIG CDOs als wichtiges Refinanzierungsmittel auf dem Kapitalmarkt. Dieser Weg trocknete jedoch immer mehr aus. Dass AIG mit Mrd. auf Kredite und unternehmensbezogene Schuldverschreibungen gewettet hat, wird dem Konzern nun zum Verhängnis, da man gezwungen ist, die Partner auszubezahlen. Dies könnte aber schwierig werden, da das für AIG genehmigte 150 Mrd. Dollar umfassende Rettungspaket die zur Disposition stehenden zehn Mrd. Dollar nicht deckt. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Florian Fügemann
email: fuegemann@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305



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