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US-Arbeitslosenversicherungen geht das Geld aus
Notmaßnahmen sind Konjunktur-Killer

Arbeitslosenversicherung in Michigan ist bereits Pleite (Foto: pixelio.de, Miroslaw)
Washington (pte/23.12.2008/11:25) - US-amerikanische Fonds zur Unterstützung von Arbeitslosen sind massiv von der Pleite bedroht. Aufgrund des akuten Anstiegs der Arbeitslosigkeit sowie des wirtschaftlichen Abschwungs versiegen die Reserven der Bundesstaaten. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, steuern die Arbeitslosenfonds von bereits 30 der 50 Staaten auf die Insolvenz zu. Als Rettungsmaßnahmen verfügen die Behörden über drei verschiedene Möglichkeiten, die sich angesichts der Rezession allesamt als zusätzliche Konjunktur-Killer erweisen. Sowohl Steuererhöhungen, die die gesamte Bevölkerung belasten, verzinste Notkredite aus Washington als auch die Kürzung von Arbeitslosenleistungen würden die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Bundesstaaten bremsen.

Auch hierzulande steht im kommenden Jahr ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bevor: "Wir haben unsere Arbeitsmarktprognose für das kommende Jahr unlängst konjunkturbedingt nach unten korrigiert", erklärt Hans-Peter Klös, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln http://www.iwkoeln.de, gegenüber pressetext. Das unterschiedliche Versicherungssystem verhindert jedoch ein mit den USA vergleichbares Szenario. So sind in den USA nicht die Bundesregierung, sondern die Bundesstaaten für Sozialleistungen zuständig. Die daraus resultierenden regionalen systemischen Unterschiede führen nun zu Problemen. Allerdings gibt es im neuen Jahr auch in Deutschland Änderungen bei den Sozialabgaben. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird ab dem 1. Januar 2009 zwar von 3,3 auf 2,8 Prozent gesenkt. Mit einem erstmals einheitlichen Satz von 15,5 Prozent zum neuen Gesundheitsfonds steigt der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung hingegen um etwa 0,5 Punkte.

Das Dilemma der US-Arbeitslosenversicherungen ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Während es die Gouverneure in wirtschaftlich robusten Zeiten verabsäumt hätten, Kapitalreserven aufzubauen, um die nun drohende Massenarbeitslosigkeit abzufedern, hätten sie eine wirtschaftsliberale Politik der steuerlichen Entlastung zugunsten von Unternehmen bevorzugt. Die derzeit deutlich zunehmenden Firmenpleiten verkleinern nun aber den Kreis jener, die in den Topf zur Unterstützung Arbeitsloser einzahlen, wodurch die Ertragsbasis schrumpft. Gleichzeitig klettert die Zahl der Jobsuchenden, die ihre Versicherung in Anspruch nehmen. In den US-Bundesstaaten Michigan, Indiana und South Carolina wurden bereits Kredite aus Washington beantragt. Zum Jahreswechsel sollen auch die Reserven in New York, Kalifornien, Rhode Island und Ohio zur Neige gehen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Jobsuchenden in den USA um zwei Mio. geklettert, während die jüngsten wirtschaftlichen Turbulenzen einen weiteren Rekordanstieg vermuten lassen. Allein der Zusammenbruch der von der Insolvenz bedrohten US-Autobauer hätte einen Verlust von drei Mio. Stellen zur Folge. Durch das 17 Mrd. Dollar schwere Rettungspaket, das den angeschlagenen Konzernen General Motors, Chrysler und Ford von US-Präsident George W. Bush zugesagt wurde, ist ihr Überleben aber nur bis März kommenden Jahres gesichert. Schätzungen von Experten zufolge stehen in den USA 2009 insgesamt rund vier Mio. weitere Arbeitsplätze auf der Kippe. (Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Manuel Haglmüller
email: haglmueller@pressetext.com
Tel. +43-1-811-40-315



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