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pte100217026 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie |
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Schlechte Noten für Geo-Engineering-Projekt
CO2-Reduzierung durch künstlichen Auftrieb im Meer ungeeignet
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| Modell der Erwärmung nach Abstellen der Pumpen (Grafik: ifm-geomar.de) |
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Kiel
(pte/17.02.2010/13:59) -
Einer neuen Studie des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) http://www.ifm-geomar.de zufolge ist das System der CO2-Reduzierung durch künstliches Hochpumpen von nährstoffreichem Wasser ungeeignet. Computersimulationen mit einem Erdsystemmodell haben gezeigt, dass das System einen relativ geringen Nutzen hat und es zudem mit erheblichen Risiken verbunden ist, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters.
Bei dem Geo-Engineering-Ansatz sollte nährstoffreiches Wasser das Algenwachstum verstärken und dadurch CO2 aufnehmen. Mit dem Absterben der Algen wandert das CO2 in die Tiefe und wird dort gespeichert. “Trotz des zunächst viel versprechenden Ansatzes, scheitert das Projekt auch aufgrund der schwierigen Bewertung über Erfolg oder Mißerfolg", so Studienleiter Andreas Oschlies gegenüber pressetext.
Kunststoffschläuche holen Wasser aus der Tiefe
“Einer der Vorteile des Projekts ist, dass das Herauspumpen des Tiefenwassers mit wenig Aufwand geschieht", so Oschlies. Ein weiterer sei auch die Tatsache, dass dabei keine Substanzen in den Ozean eingebracht oder hinzugefügt werden, sondern es nur zu einer Umschichtung von Wasser komme. Das sei vor allem ein juristischer Vorteil. “Das sind allerdings die einzigen Vorteile des Systems", erläutert der Experte.
Der Nutzen des Projekts liegt unter günstigsten Annahmen bei etwa drei Gigatonnen CO2 jährlich. Das Computermodell habe zudem gezeigt, dass der größere Effekt nicht im Wasser, sondern an Land stattfand, da die kälteren Temperaturen zu einer Abkühlung der Atmosphäre führt. “Das heißt, dass dort die Zersetzung von organischem Material in den Böden langsamer erfolgt", so Oschlies. Das mache eine Messung und Erfolgsbewertung in der Praxis extrem schwierig.
Zauberlehrlings-Effekt macht Angst
“Das Hauptargument gegen das Projekt ist allerdings die Tatsache, dass das Abstellen der Pumpen zu einem massiven Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration sowie der Oberflächentemperaturen führen würde", erklärt Oschlies. Dabei würde sogar das Niveau, das man ohne den Einsatz der Pumpen erreicht hätte, überstiegen. “Das bedeutet, dass die Pumpen also nie stillstehen oder abgeschaltet werden dürften."
“Diese Tatsache ist letztlich das Ausschlusskriterium für das Projekt", erklärt der Wissenschaftler. Fraglich sei natürlich auch die großtechnische Machbarkeit. “Sinnvoller wäre da möglicherweise die Eisendüngung des Meeres", meint der Wissenschaftler (pressetext berichtete http://www.pressetext.at/news/090129027/ ). Doch auch bei diesem Projekt ortet der Experte große Probleme.
Obwohl die Eisendüngung praktikabel und wahrscheinlich kosteneffizient ist, sei es gesellschaftlich nicht anerkannt, Substanzen in großer Menge ins Meer zu kippen. “Ein solches Geo-Engineering-Projekt kann aber nur international funktionieren", so Oschlies. Das setze eine gesellschaftliche Anerkennung voraus. “Juristisch gesehen ist zudem das Problem da, dass eine solche Substanzeinbringung als Meeresverschmutzung gilt." Aus diesem Grund werde auch die Eisendüngung wahrscheinlich nie durchgeführt werden.
(Ende)
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