pte20091205007 Kultur/Lifestyle, Technologie/Digitalisierung

iPhone wird zum Orchester-Instrument

Smartphone-Sensoren schaffen neue künstlerische Möglichkeiten


Michigans iPhone-Orchester spielt auf (Foto: UMich)
Michigans iPhone-Orchester spielt auf (Foto: UMich)

Ann Arbor (pte007/05.12.2009/13:30) Studenten an der University of Michigan (UMich) haben als Michigan Mobile Phone Ensemble http://mopho.eecs.umich.edu ihr erstes öffentliches Konzert angekündigt. Dabei kommt das iPhone als Musikinstrument zum Einsatz. "Wir sind nicht auf die Physik traditioneller Instrumente beschränkt. Wir können interessante, seltsame und ungewöhnliche Dinge tun", sagt der Österreicher Georg Essl, Assistenzprofessor für Elektrotechnik und Informatik sowie Musik an der UMich.

Es ist nicht zuletzt die technische Sensorbestückung des Smartphones, die als vielseitige Input-Möglichkeit für das digitale Musikinstrument neue künstlerische Möglichkeiten eröffnet. Mit diesen hat sich auch schon das Stanford Mobile Phone Orchestra http://mopho.stanford.edu befasst, das ebenfalls mit Beteiligung von Essl ins Leben gerufen wurde.

Sensorvielfalt als Kreativgrundlage

Die technische Grundlage für das iPhone-Orchester bildet die Tatsache, dass das Gerät so programmiert werden kann, Informationen aus den integrierten Sensoren in Klänge umzusetzen. Laut UMich waren Essl und Kollegen die ersten, die das Handy-Mikrofon zum Blasinstrument gemacht haben. Der Stanford-Assistenzprofessor Ge Wang hat diese Idee mit der iPhone-Applikation Ocarina http://ocarina.smule.com erfolgreich umgesetzt. Ende 2008 war Ocarina auf die Liste der 20 beliebtesten Programme im App Store zu finden.

Neben dem Mikrofon können freilich auch Touchscreen und Bewegungssensoren des iPhone genutzt werden, um auch Berührungen und Schütteln durch eine geeignete Programmierung als Klänge umzusetzen. Das gilt prinzipiell auch für Daten beispielsweise aus GPS oder WLAN-Modul. Das Smartphone bietet letztendlich sehr vielfältige Möglichkeiten. "Um ein kreatives Stück zu schaffen, muss man sich mit der Technologie befassen, aber damit die Technologie interessant wird, muss man auch auf die Musikalität eingehen", meint Essl.

Globale Idee

Die Idee des Smartphones als Musikinstrument hat bereits international Schule gemacht. In Berlin hat ein von Essl mitorganisiertes Handy-Orchester im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften http://www.langenachtderwissenschaften.de aufgespielt, während der Finne Henri Penttinen die Idee auch nach Helsinki gebracht hat http://www.acoustics.hut.fi/projects/helsinkimopho .

Dass eine kreative Programmierung das iPhone zum interessanten Musikinstrument macht, will Essl mit seine Stundenten in Michigan nicht zuletzt mithilfe eigens für das Smartphone-Orchester entwickelter Stücke zeigen. Diese werden am 9. Dezember im Rahmen eines Konzerts an der Universität aufgeführt.

(Ende)
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